Auf den Niedergang folgt die Groteske

Eindrücke vom 62. Filmfestival in San Sebastián

In Chrieg, einer der Entdeckungen des Festivals, erzählt der junge Schweizer Simon Jaquemet von einem renitenten Jugendlichen, der von seinen Eltern auf eine Hütte in den Bergen geschickt wird. Harte Arbeit, glauben sie, könnte ihn bessern. Auf der Alp halten sich allerdings schon drei andere Jugendliche verschanzt, die den Neuen zur Begrüßung demütigen.

 

Chrieg erinnert von der Ferne an A Clockwork Orange. Auch hier wird aus gewaltvollem Miteinander, in dem sich Geborgenheit ausbreitet, eine Gegenutopie zur Gesellschaft (im Tal) geformt. Jaquemets naturalistischer Stil – er hat mit Laien gedreht –, ein umsichtiges, auch in Gender-Aspekten stimmiges Drehbuch überzeugen. In einer Art Umkehrung des Heimatfilms erzählt der Film von aus dem Lot geratenen, kaum wieder zu kittenden Verhältnissen...

(DER STANDARD)

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